Einweihung der Gedenk- und Grabstätte für Sternenkinder in Oberstdorf

Der Trauer Raum geben

Auf dem Oberstdorfer Waldfriedhof (Südseite, alter Teil) gibt es jetzt eine Grab- und Gedenkstätte für Sternenkinder, die am Jahrestag der Sternenkinder, dem 15. Oktober, eingeweiht wurde. Hier finden Eltern von Kindern, die noch während der Schwangerschaft, während oder kurz nach der Geburt sterben, einen in sich abgeschlossenen und würdigen Ruheort zum Gedenken und Trauern, um ein Leben, das nicht werden konnte. Dieser Ort wurde auf Initiative der Trauerbegleiterinnen Helga Geiger und Bianca Schwarzenhölzer vom Hospiz-Christophorus-Dienst Oberstdorf im Hospizverein Kempten-Oberallgäu e. V. zusammen mit der Friedhofsverwaltung des Marktes Oberstdorf und den Pfarrern beider Konfessionen geplant und umgesetzt. Ein Weg verläuft in Schneckenform in einen von Hecken umrahmten und damit geschützten Platz, eine Gedenktafel auf der einen Seite, ein gepflanzter Apfelbaum auf der anderen. In der Mitte eine spezielle Stele aus der Hand von Steinmetz Rudolph, die in ihrer Ausarbeitung einlädt, darin einen Stein abzulegen oder in einem Briefkasten eine Botschaft für das Sternenkind zu hinterlassen. Eine von Helga und Pius Geiger gestiftete Bank wird die Gedenkstätte in Kürze komplettieren. In ihrer Rede wies Helga Geiger darauf hin, dass früher Fehl- und Totgeburten, die leichter als 500 Gramm waren, einfach beseitigt wurden – in der Gesellschaft ein Tabuthema, über das man nicht sprach. Dank vieler Initiativen, für würdevolle Bestattungen zu sorgen, trat schließlich am 1. Januar 2006 ein entsprechendes bayernweites Gesetz in Kraft. Jetzt gibt es auch in Oberstdorf die Möglichkeit einer Bestattung und damit auch einen Ort für Eltern, um eine Kerze anzuzünden und zu trauern. Die Botschaften, die im Briefkasten für die Sternenkinder landen, könnten im Rahmen einer jährlichen Gedenkfeier am 15. Oktober, in einer Feuerschale wieder dem Himmel übergeben werden, so ihr Wunsch. Eine Begleitung der Betroffenen ist durch ausgebildete Trauerbegleiterinnen vor Ort möglich. Erster Bürgermeister Klaus King lobte die Initiative und gelungene Umsetzung sowie das Engagement des Hospiz-Christophorus-Diensts Oberstdorf im Gemeindealltag. Die Pfarrer Dr. Mathias Litzenburger und Wolfgang Schnabel segneten die Grabstätte und im gemeinsamen Gebet wurde der Ort eingeweiht und seiner Nutzung übergeben. Für einen musikalisch passenden Rahmen sorgte Martina Noichl an der Harfe.

Quelle: "Der Oberstdorfer"

Bild: v. li. n. re.: Steinmetz Hermann Rudolph, Bürgermeister Klaus King, Pfarrer Dr. Matthias Litzenburger, Pfarrer Wolfgang Schnabel und die Initiatorinnen Helga Geiger und Bianca Schwarzenhölzer

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